Emissionsfaktoren sind Kennzahlen, die zeigen, wie viele Treibhausgase bei einer bestimmten Aktivität entstehen. Das kann das Verbrennen von Diesel im Fuhrpark sein, der Verbrauch von Strom, der Einkauf von Stahl oder die Herstellung eines Produkts. Angegeben werden diese Werte in CO₂-Äquivalenten, kurz CO₂e. Oftmals findet man aber auch nur CO2.
Für Unternehmen übersetzen Emissionsfaktoren Verbrauchsdaten in messbare Klimadaten. Aus Litern, Kilowattstunden oder Kilogramm Material wird sichtbar, welche Emissionen entstehen. So entsteht eine belastbare Grundlage für CO₂-Bilanzierung, ESG-Reporting, Klimaziele und Reduktionsmaßnahmen.
Die einfachste Emissionsfaktoren Definition lautet: Ein Emissionsfaktor gibt an, wie viel CO₂e bei einer Aktivität, einem Energieträger, einem Rohstoff oder einem Produkt freigesetzt wird. Diesel hat zum Beispiel einen Faktor pro Liter. Kennt ein Unternehmen den Verbrauch seines Fuhrparks, lässt sich daraus der CO₂e-Wert berechnen.
Typische Bezugsgrößen sind:
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Bereich |
Typische Einheit |
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Kraftstoffe |
kg CO₂e pro Liter |
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Strom |
kg CO₂e pro kWh |
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Materialien |
kg CO₂e pro kg |
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Transporte |
kg CO₂e pro Tonnenkilometer |
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Wärme |
kg CO₂e pro kWh |
Die größte Herausforderung ist: Es gibt nicht für alles den einen passenden Faktor. Für Strom, Diesel, Benzin oder Erdgas sind Emissionsfaktoren meist gut verfügbar. Schwieriger wird es bei spezifischen Materialien, Produkten oder Lieferketten.
Ein Produkt besteht oft aus mehreren Bestandteilen, zum Beispiel Stahl, Kunststoff, Elektronik und Verpackung. Dann funktioniert die Berechnung wie ein Baukasten: Für einzelne Materialien und Prozesse werden passende Faktoren gesucht und methodisch sinnvoll zusammengesetzt.
Dabei sollten Unternehmen prüfen
Deshalb sollten Unternehmen Faktoren nicht einfach übernehmen, sondern prüfen, ob sie zum konkreten Anwendungsfall passen.
Eine Emissionsfaktoren Datenbank stellt Faktoren für verschiedene Aktivitäten, Materialien und Prozesse bereit. In der Praxis arbeiten Unternehmen häufig mit mehreren Quellen, weil keine einzelne Datenbank alle Anforderungen vollständig abdeckt.
Bekannte Quellen sind zum Beispiel:
· Umweltbundesamt-Faktoren für die Treibhausgasbilanzierung
· ecoinvent für Lebenszyklusdaten und produktbezogene Analysen
· DEFRA-Faktoren für internationale Bilanzierungsanwendungen
· GEMIS und ProBas für Energie- und Prozessdaten
· VDA-Emissionsfaktoren für die Automobilindustrie
Die Auswahl der passenden Quelle ist ein wichtiger Teil eines belastbaren CO₂-Managements. Entscheidend ist nicht nur, wo Faktoren zu finden sind, sondern welche Quelle für welchen Zweck geeignet ist.
Kostenloses Erstgespräch sichernDie Berechnung folgt immer demselben Grundprinzip: Eine Menge wird mit dem passenden Faktor multipliziert. Ein Beispiel für Emissionsfaktoren im Fuhrpark:
15.000 Liter Diesel × Emissionsfaktor Diesel = CO₂e-Emissionen des Fuhrparks
Ähnlich funktioniert es bei Materialien: Kilogramm Stahl × Emissionsfaktor Stahl = CO₂e-Emissionen aus Stahl. In der Praxis wird es genauer. Stahl ist nicht gleich Stahl, Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Herkunft, Verarbeitung oder Recyclinganteil spielen eine Rolle. Deshalb braucht eine belastbare CO₂-Bilanz nicht nur Daten, sondern auch eine fachlich saubere Einordnung.
Viele Unternehmen starten mit Excel. Für eine erste Orientierung kann das funktionieren. Je mehr Standorte, Datenquellen, Emissionskategorien und Faktoren hinzukommen, desto unübersichtlicher wird die Arbeit.
Eine Softwarelösung unterstützt an zwei Stellen. Erstens werden Emissionsfaktoren strukturierter gepflegt und Aktualisierungen einfacher nachvollziehbar. Viele Datenbanken werden regelmäßig, häufig jährlich, aktualisiert. Ohne Software müssen neue Werte manuell geprüft, übertragen und dokumentiert werden.
Zweitens verbessert Software die Auswertung. Unternehmen sehen nicht nur ein Gesamtergebnis, sondern können tiefer in Bereiche wie Fuhrpark, Strom, Wärme, Materialien, Standorte oder Scope-Kategorien einsteigen. So werden Hotspots sichtbar und Klimadaten werden zu einer belastbaren Grundlage für bessere Entscheidungen.
Emissionsfaktoren verbinden Unternehmensaktivitäten mit Klimawirkung. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Faktoren zu sammeln. Entscheidend ist, die passenden Faktoren auszuwählen, sauber zu dokumentieren und regelmäßig zu aktualisieren. So wird aus der CO₂-Bilanz keine reine Berichtspflicht, sondern eine belastbare Grundlage für Steuerung, Reduktion und Kommunikation.
Wie finde ich den passenden Emissionsfaktor?
Der passende Emissionsfaktor hängt vom Bilanzierungsziel, der verfügbaren Datenqualität und der betrachteten Aktivität ab. Entscheidend sind Einheit, Region, Bezugsjahr, Systemgrenze und Quelle. Ein Faktor für „Stahl“ reicht zum Beispiel oft nicht aus, wenn eigentlich Edelstahl, verzinkter Stahl oder ein bestimmter Recyclinganteil betrachtet werden muss.
Warum gibt es nicht für jedes Produkt einen eigenen Emissionsfaktor?
Viele Produkte bestehen aus mehreren Materialien und Prozessschritten. Deshalb gibt es häufig keinen einzelnen Faktor, der exakt passt. In der Praxis werden passende Faktoren für Materialien, Energieeinsatz, Transporte oder Verarbeitungsschritte kombiniert. So entsteht eine nachvollziehbare Annäherung an die tatsächlichen Emissionen.
Wie oft sollten Emissionsfaktoren aktualisiert werden?
Emissionsfaktoren sollten regelmäßig geprüft und aktualisiert werden, mindestens im Rahmen jeder neuen CO₂-Bilanz. Viele Datenbanken veröffentlichen jährlich neue Werte. Besonders bei Strom, Kraftstoffen oder Lieferkettenfaktoren können Aktualisierungen die Ergebnisse deutlich verändern.
Was ist der Unterschied zwischen direkten Emissionen und Vorkettenemissionen?
Direkte Emissionen entstehen unmittelbar durch eine Aktivität, zum Beispiel beim Verbrennen von Gas, Diesel oder Benzin. Vorkettenemissionen entstehen vorher, etwa bei Förderung, Transport, Verarbeitung oder Bereitstellung eines Energieträgers. Für eine belastbare Bilanz ist wichtig, beide sauber zu unterscheiden und transparent zu dokumentieren.
Welche Fehler passieren häufig bei der Arbeit mit Emissionsfaktoren?
Typische Fehler sind falsche Einheiten, veraltete Faktoren, unklare Quellen, doppelt gezählte Emissionen oder Faktoren, die nicht zur Region oder Systemgrenze passen. Auch Excel-Formeln können schnell unübersichtlich werden, wenn viele Standorte, Materialien oder Kategorien berechnet werden.
Wann lohnt sich eine Software für Emissionsfaktoren?
Eine Software lohnt sich, wenn CO₂-Daten regelmäßig erhoben, mehrere Standorte betrachtet oder viele Emissionsquellen ausgewertet werden. Sie hilft dabei, Faktoren strukturiert zu pflegen, Aktualisierungen nachvollziehbar zu machen und Hotspots in Bereichen wie Fuhrpark, Energie oder eingekauften Materialien schneller zu erkennen.
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