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ESG-Kriterien: Bedeutung, Beispiele und Umsetzung für Unternehmen

ESg Kriterien

25. August 2026


Relevante ESG-Faktoren erkennen, passende Kennzahlen definieren und daraus konkrete Ziele und Maßnahmen ableiten.

ESG-Kriterien helfen Unternehmen, ökologische, soziale und unternehmerische Themen strukturiert zu bewerten. ESG steht für Environmental, Social und Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Kennzahlen zu sammeln. Unternehmen sollten vielmehr die ESG-Faktoren identifizieren, die für ihr Geschäftsmodell, ihre Wertschöpfungskette und ihre Stakeholder relevant sind. So werden aus allgemeinen Nachhaltigkeitsthemen konkrete Prioritäten, Ziele und Maßnahmen.

E
Environmental Klima, Energie, Ressourcen, Wasser, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität.
S
Social Mitarbeitende, Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Vielfalt und Menschenrechte.
G
Governance Compliance, Risikomanagement, Zuständigkeiten und transparente Führung.

Das Wichtigste in Kürze

✓ ESG-Kriterien betrachten Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
✓ Welche Kriterien relevant sind, hängt von Branche, Geschäftsmodell, Auswirkungen, Risiken und Chancen ab.
✓ Typische Kennzahlen sind CO₂e-Emissionen, Energieverbrauch, Unfallquote, Fluktuation oder Compliance-Fälle.
✓ Wirkung entsteht, wenn Unternehmen ESG-Kriterien mit Verantwortlichkeiten, Zielen, Maßnahmen und einer verlässlichen Datenbasis verbinden.

Was sind ESG-Kriterien?

ESG-Kriterien sind Maßstäbe, mit denen Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsleistung und verantwortungsvolle Unternehmensführung erfassen, bewerten und steuern können. ESG ist dabei kein einzelnes verbindliches Regelwerk. Je nach Kontext können unterschiedliche ESG-Standards, ESG-Richtlinien oder Anforderungen relevant sein.

Für Unternehmen ist deshalb die Frage entscheidend: Welche Themen haben tatsächlich Bedeutung für unsere Geschäftstätigkeit? Ein Produktionsunternehmen wird beispielsweise Energieverbrauch, Emissionen, Arbeitssicherheit und Lieferketten stärker gewichten. Bei einem Dienstleistungsunternehmen können Personalbindung, Datenschutz oder verantwortungsvolle Beschaffung im Vordergrund stehen.

Leitfrage

Nicht: „Welche ESG-Kriterien gibt es?“

Sondern: „Welche ESG-Kriterien sind für unser Unternehmen wirklich relevant?“

ESG-Kriterien aus Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung

Die drei ESG-Bereiche decken unterschiedliche Themen ab. Für die Praxis reicht es jedoch nicht, diese nur zu benennen. Erst geeignete Kennzahlen machen Fortschritte messbar.

Bereich ESG-Kriterium Beispiel-KPI
Environmental Treibhausgasemissionen t CO₂e, Scope 1–3
Environmental Energie Energieverbrauch, Anteil erneuerbarer Energien
Environmental Ressourcen Materialverbrauch, Recyclingquote
Social Arbeitssicherheit Unfallquote
Social Mitarbeitende Fluktuationsrate, Weiterbildungsstunden
Social Vielfalt Anteil verschiedener Gruppen in Teams oder Führung
Governance Compliance dokumentierte Compliance-Fälle
Governance Unternehmensführung definierte Verantwortlichkeiten und Kontrollen

Environmental: Umweltwirkungen sichtbar machen

Zum Umweltbereich zählen unter anderem Klimaschutz, Energie, Ressourcen, Wasser, Abfall, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität. Relevante ESG-Nachhaltigkeitskriterien sollten möglichst mit messbaren Größen verbunden werden. Statt „Energieeffizienz verbessern“ ist beispielsweise ein konkretes Ziel mit Ausgangswert, Zielwert und Zeitraum steuerbarer.

Social: Menschen und Wertschöpfungskette berücksichtigen

Der soziale Bereich umfasst Mitarbeitende, Lieferunternehmen, Kund:innen und weitere Anspruchsgruppen. Themen können Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen, Aus- und Weiterbildung, Diversität oder Menschenrechte in der Lieferkette sein. Auch hier gilt: Erst Kennzahlen und Verantwortlichkeiten machen aus einem guten Vorsatz ein steuerbares Thema.

Governance: Verantwortung organisatorisch verankern

Governance beschreibt, wie ein Unternehmen geführt und kontrolliert wird. Dazu gehören Compliance, Risikomanagement, Korruptionsprävention, transparente Entscheidungswege und klare Zuständigkeiten. Gute Governance sorgt dafür, dass ökologische und soziale Ziele nicht als Einzelprojekte neben dem Tagesgeschäft laufen.

Welche ESG-Kriterien sind für ein Unternehmen relevant?

Eine lange Standardliste hilft nur begrenzt. Unternehmen sollten ihre Auswirkungen, Risiken und Chancen betrachten und daraus relevante Handlungsfelder ableiten. Dabei können auch Erwartungen von Kund:innen, Banken, Mitarbeitenden oder Geschäftspartnern eine Rolle spielen.

In der Praxis bewährt sich eine strukturierte Priorisierung: Welche Themen sind besonders relevant? Welche Daten liegen bereits vor? Wo bestehen Lücken? Welche Maßnahmen haben den größten Hebel? So entsteht aus ESG-Anforderungen ein Fahrplan, der zum Unternehmen und zu seinen verfügbaren Ressourcen passt.

Von ESG-Zielen zur Umsetzung: ein pragmatischer Fahrplan

Ein wirksames ESG-Management lässt sich schrittweise aufbauen:

1

Relevante Themen bestimmen

Auswirkungen, Risiken und Chancen erfassen und priorisieren.

2

Ist-Stand prüfen

Vorhandene Daten, Prozesse und Verantwortlichkeiten analysieren.

3

Roadmap entwickeln

Handlungsfelder, ESG-Ziele, Maßnahmen, Zuständigkeiten und Termine festlegen.

4

Datenmanagement aufbauen

Geeignete Kennzahlen definieren und Daten möglichst zentral erfassen.

5

Fortschritt steuern

Ergebnisse regelmäßig auswerten und Maßnahmen nachhalten.

6

Kontinuierlich verbessern

Datenqualität, Ziele und Prozesse überprüfen und bei Bedarf anpassen.

Ein zentraler Datenprozess verhindert beispielsweise, dass Energie-, Emissions- oder Personaldaten für interne Steuerung, Kundenanfragen oder Finanzierungsgespräche mehrfach in unterschiedlichen Dateien erhoben werden.

Sie möchten relevante ESG-Themen priorisieren und daraus einen umsetzbaren Fahrplan entwickeln?

ConClimate unterstützt Sie dabei, ESG-Strukturen passend zu Ihrem Unternehmen aufzubauen.

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Aus der Praxis: Wesentlichkeit bei Schöck

SCHÖCK

Bei Schöck analysierte ConClimate gemeinsam mit einer Projektgruppe, wie die Geschäftstätigkeit auf ökologische und soziale Themen sowie Governance wirkt und welche finanziellen Risiken und Chancen daraus für das Unternehmen entstehen können. Ein wichtiger Teil des Projekts war außerdem, Mitarbeitende in den Prozess einzubeziehen und ihr Verständnis für ESG zu stärken.

Das Ergebnis zeigt einen wichtigen Punkt: ESG-Kriterien entfalten ihren Nutzen nicht allein durch Bewertung. Sie helfen dabei, Ressourcen gezielter einzusetzen, relevante Themen zu priorisieren und die Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln.

Zur Schöck Case Study

Welche Rolle spielen ESG-Standards und ESG-Ratings?

STANDARDS & RAHMENWERKE

ESG-Standards und Rahmenwerke können Orientierung für Datenerhebung, Kennzahlen und Kommunikation geben. Beispiele sind die Global Reporting Initiative (GRI) oder der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK). Welcher Ansatz geeignet ist, hängt vom Zweck und von den ESG-Anforderungen des Unternehmens ab.

ESG-RATINGS

ESG-Ratings bewerten Unternehmen anhand ausgewählter Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren. Dabei können sich Ergebnisse je nach Anbieter unterscheiden, weil Kriterien, Datenquellen und Gewichtungen nicht einheitlich sind. Für Unternehmen ist deshalb wichtiger, die eigene Datenbasis und Entwicklung nachvollziehbar zu machen, als nur auf einen einzelnen Score zu schauen.

ESG-Kriterien und Sustainable Finance

Im Sustainable Finance werden ökologische und soziale Aspekte sowie Fragen der Unternehmensführung in Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen einbezogen. Damit sind ESG-Informationen auch für Banken und institutionelle Investoren relevant.

Eine gute ESG-Performance garantiert allerdings keine besseren Finanzierungskonditionen. Verlässliche Daten können Unternehmen aber dabei helfen, Risiken, Ziele und geplante Maßnahmen in Finanzierungsgesprächen nachvollziehbar darzustellen.

Mehrwert belastbarer ESG-Daten
✓ Risiken nachvollziehbar darstellen
✓ Ziele konkretisieren
✓ Maßnahmen belegen
✓ Entwicklung transparent machen

Fazit: ESG-Kriterien als Steuerungsinstrument nutzen

ESG-Kriterien schaffen dann Mehrwert, wenn Unternehmen von allgemeinen Nachhaltigkeitsthemen zu konkreten Prioritäten kommen. Dafür braucht es relevante Kriterien, passende Kennzahlen, realistische Nachhaltigkeitsziele, Verantwortlichkeiten und Prozesse, die im Unternehmensalltag funktionieren.

So wird ESG nicht zum zusätzlichen Datensammelprojekt, sondern zu einer Grundlage für Risikosteuerung, strategische Entscheidungen und eine nachvollziehbare Kommunikation gegenüber wichtigen Stakeholdern.

Mehr zur ESG-Beratung bei ConClimate

FAQ zu ESG-Kriterien

Welche ESG-Kriterien gibt es?

Typische ESG-Kriterien sind Treibhausgasemissionen, Energie- und Ressourcenverbrauch, Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen, Diversität, Menschenrechte, Compliance und Risikomanagement. Die konkrete Auswahl sollte immer zum Unternehmen passen.

Sind ESG-Kriterien verpflichtend?

ESG-Kriterien sind kein einzelner verpflichtender Kriterienkatalog. Konkrete ESG-Anforderungen können jedoch aus gesetzlichen Vorgaben, Kundenanforderungen, Finanzierung, Lieferketten oder freiwillig gewählten Standards entstehen.

Wie werden ESG-Kriterien gemessen?

Unternehmen verbinden relevante Themen mit Kennzahlen. Beispiele sind t CO₂e für Emissionen, kWh für Energie, Unfall- oder Fluktuationsquoten im sozialen Bereich sowie dokumentierte Compliance-Fälle in der Governance.

Was sind ESG-Ziele?

ESG-Ziele definieren, welchen Zustand oder welche Verbesserung ein Unternehmen in einem relevanten Nachhaltigkeitsthema erreichen möchte. Gute Ziele enthalten einen Ausgangswert, einen messbaren Zielwert, einen Zeitraum und eine klare Verantwortung.

Was ist der Unterschied zwischen ESG und Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit ist der übergeordnete Begriff. ESG strukturiert ausgewählte ökologische, soziale und unternehmerische Themen und macht sie über Kriterien und Kennzahlen für Unternehmen besser steuerbar.

ESG strukturiert angehen

Welche ESG-Kriterien sind für Ihr Unternehmen wirklich relevant?

Wir unterstützen Sie dabei, relevante Themen zu priorisieren und daraus Ziele, Kennzahlen und umsetzbare Maßnahmen abzuleiten.

ESG-Prioritäten besprechen

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